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Namensgebung im Islam

Im Islam spielt die Bedeutung des Vornamens eine große Rolle. Ein Name begleitet einen Menschen sein ganzes Leben. In gewisser Weise prägt ein Name auch die Person, die ihn trägt. Der Gesandte Allahs(s) hat gesagt: 'Das Recht des Kindes gegenüber seinem Vater ist, dass es einen schönen Namen bekommt, dass ihm das Lesen und Schreiben, das Schwimmen und das (Pfeil-)Schießen beigebracht wird, dass es nur von Reinem (Erlaubtem/ Halal) ernährt wird und dass es verheiratet wird, wenn es erwachsen ist.' (Hakim aus Mukhtar al-Ahadith An-Nabawijja)

Die Eltern eines Neugeborenen müssen sich daher reiflich überlegen, welchen Vornamen sie dem neuen Erdenbürger geben werden. Der Name soll die Persönlichkeit nicht erniedrigen bzw. er soll nicht peinlich sein und die Person nicht in Verlegenheit bringen. Der Prophet Muhammed(s) selbst gab einigen Personen um sich andere Namen, da sie eine bessere und schönere Bedeutung hatten als die bisherigen. Eine sehr berühmte Persönlichkeit, nämlich der 1. Khalif - bekannt unter seinem Beinamen Abu Bakr As Siddiq, bekam von seinen Eltern den Namen Abdul Al-Ka'ba, was Diener der Al-Ka'ba bedeutet. Der Prophet änderte ihn in Abdullah (= Diener Allahs), da es sich bei seinem alten Namen um einen heidnischen Namen handelte. Auch Zainab hieß nicht immer so. Abu Huraira(r) berichtete: 'Zainab hieß zuerst Barra, d.h. diejenige, die das Gute oft macht. Es wurde gesagt, sie lobte sich selbst. Daher nannte sie der Gesandte Allahs Zainab.' (Sahih Muslim)

Deshalb gibt es im Islam einige Namen, die überhaupt verboten sind (haram) und einige, die unerwünscht sind (makruh).

Das oben erwähnte gilt ebenso für jemanden, der zum Islam konvertiert. Es ist nicht unbedingt Pflicht, seinen bisherigen zu wechseln, wenn man nicht einen - ich sage mal - 'typischen' christlichen oder jüdischen Namen hat. (wie etwa Christina, Christian, Ariel, Heiligennamen, Namen aus der griechischen Götterwelt und Mythologie)
Es ist aber empfehlenswert, da mit der Konversion ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Man entsagt mit der Schahadah (dem islamischen Glaubensbekenntnis) jeglichem Schirk (Götzenanbetung).

Wann soll man dem Neugeborenen einen Namen geben?
Es existieren einige Hadithe zu diesem Thema.

Anas Ibn Malik(r) berichtete: 'Der Gesandte Allahs(s) sagte: 'Ein Junge ist mir heute Nacht geboren worden und ich gab ihm den Namen von meinem Vater Ibrahim.' (Sahih Muslim)

'Jedes Kind ist wie ein Pfand an seine Aqiqah gebunden, welche am siebten Tag seines Lebens für ihn/sie geopfert wird, und es bekommt an diesem Tag seinen Namen und an diesem Tag wird sein Kopf rasiert.' (sahih)

Aus diesen zwei Hadithen geht hervor, dass man dem Neugeborenen am 7. Tag einen Namen gibt. Aber es ist auch erlaubt dies schon früher zu machen, also am ersten Tag, wie es der Prophet Muhammed(s) bei seinem Sohn Ibrahim selbst getan hat.

Wer soll den Namen aussuchen?
Es ist das Recht des Vaters, sich einen Namen auszusuchen und ihn dem Kind zu geben. Dies wird damit begründet, dass das Kind dem Vater zugeschrie ben wird, seinen Nachnamen erhält und mit der väterlichen Linie verwandt wird.

Aber es ist erwünscht (mustahabb), dass der Vater die Mutter des Kindes in diese Entscheidung mit einbindet. Es ist ebenfalls erlaubt, dass die Großeltern oder eine andere Person einen Namen aussuchen, sofern dieser mit dem Islam und der Sunnah konform geht.

Der Prophet Muhammed(s) änderte nicht nur unpassende Namen von Konvertiten, sondern gab auch Neugeborenen einen Namen. So wählte er beispielsweise für den neugeborenen Sohn von Abu Talha den Namen Abdullah. Auch die Enkelkinder von dem Prophet Muhammed(s), Al Hassan und Al Hussain erhielten ihren Namen von ihm(s).

Erwünschte Namen
Es gibt natürlich einige Namen, deren Bedeutung besonderes schön ist, weshalb man sie bevorzug geben sollte. Erwünschte (mustahabb) Namen können aber auch jene sein, die von hervorragenden Persönlichkeiten getragen wurden.

Der Diener Allahs(swt)
An erste Stelle stehen Namen, die die Knechtschaft zu Allah(swt) beinhalten. Es handelt sich dabei um zusammengesetzte Namen, die wie folgt gebildet werden: Das erste Wort ist Abd (Knecht, Diener), gefolgt von einem der 99 Namen (Eigenschaft) Allahs (swt).

Einige Beispiele:
Abd + Allah ergibt Abdullah, der Diener Allahs (man verbindet die beiden Wörter grammatikalisch richtig miteinander).
Abd + Al Rahman ergibt Abdalrahman, der Diener des Allerbarmers
Abd + Al Dschabbar ergibt Abdaldschabbar, der Diener des Unterwerfers
Es ist unerwünscht (makruh), einen Namen mit einer Eigenschaft Allahs zu verwenden, ohne das Wort Abd hinzuzufügen. Einige Beispiele: Karim (großmütig) oder Latif (wohlwollend, scharfsinnig).

Namen der Gesandten & Propheten
An zweiter Stelle der bevorzugten Namen stehen die Namen von Gesandten und Propheten. Es gab sehr viele Gesandte und Propheten, doch nur 25 sind namentlich im Qur'an erwähnt. Unter diesen gibt es auch wiederum ausdrücklich bevorzuge, da es sich um jene Gesandten handelt, die bei Allah (s.w.t.) einen besonderen Rang einnehmen. Sie zeichnen sich durch ihren besonders starken Willen aus: es sind die Gesandten Muhammed(s), Ibrahim/Abraham (a.s.), Musa/Moses (a.s.), Isa/Jesus (a.s.) und Nuh/Noah (a.s.).

Namen von rechtschaffenen Dienern Allahs(swt)
An dritter Stelle befinden sich die Namen der Sahabah (die Gefährten des Prophet Muhammed(s)), gefolgt von den Märtyrern und Gelehrten. Hier spielt die Bedeutung der Namen eine nicht so große Rolle. Im Vordergrund stehen die außergewöhnlichen Persönlichkeiten der oben genannten Personen.
Einige Beispiele: Anas, Omar, Bilal, Hamza

Namen mit schöner Bedeutung
An vierter und letzter Stelle der erwünschten Namen stehen jene, die eine schöne und angenehme Bedeutung haben, die auch leicht zum Aussprechen sind.
Einige Beispiele: Suad, Khalid

Mag. Dschihad Steininger

Quelle: Alschuruq.at




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